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2003 - Seit 2003 die Top-Attraktion im Heide-Park Soltau – SCREAM, der größte Gyro-Drop Tower der Welt. Mit fast 100 Stundenkilometer geht es abwärts aus rund 70 Metern Höhe. Doch was tun, wenn die Gondel kurz vor dem Ziel stecken bleibt?

„Das kann eigentlich nicht passieren“, ist sich Rainhard Saul, der Sicherheitsingenieur des Parks, sicher. Die Chancen sind so minimal wie ein sechser in der Lotterie. Zu viele technische Reißleinen sichern den Turm. Dank mehrerer Notsysteme ist eigentlich immer das Ausklinken der Gondel u.a. durch Druckluftzylinder sichergestellt. Weiterhin sorgen Dauermagnete beim Herabfallen der Gondel für eine sichere und sanfte Bremsung. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatten vor kurzem Spezialkräfte der Bergrettungsfeuerwehr Hannover und Hamburg die Möglichkeit, zum ersten Mal einen Notfall am SCREAM zu üben.

„Das hier ist etwas Besonderes, denn in solchen Höhen haben wir es normalerweise nicht mit so vielen Menschen zu tun“, meint Günter Schmitz, Einsatzleiter der Hannoveraner Höhenrettung. Das bestätigte auch sein Kollege Herman Köhler von der Hamburger Feuerwehr: „Sonst holen wir eher Einzelpersonen von einem Kran oder ähnlichem herunter“. Darüber hinaus übt die Truppe etwa alle drei Wochen an verschiedenen Bauwerken, wie Hochhäusenr, Funktürmen oder Windräder.

Es wurde angenommen, das ein Stromausfall, der auf unbestimmte Zeit nicht zu beheben ist, im Moment des Hochfahrens der Gondel eintritt. Durch widrige Umstände lassen sich die Notsysteme ebenfalls nicht starten. Damit sind die Mittel vom Heide-Park, als auch von der bereits herbei gerufenen Feuerwehr Soltau erschöpft. In diesem Fall werden die Bergrettungstrupps gerufen.

Nach dem Eintreffen müssen diese erst einmal samt Ausrüstung 550 Stufen das Innere des Turmes erklimmen. Von dort aus seilen sie sich zum Hubwagen ab, an dem die Gondel hängt. Zwei Retter sind für eine Person zuständig. Einer der Helfer, seilt sich vom Hubwagen zu einer Person in der Gondel, der andere sicherte vom Hubwagen aus, das Geschehenl ab. Als erstes gilt es, einen der mehreren „verunglückten“ Personen im Sitz zu sichern.

Erst jetzt war es möglich, den Sicherheitsbügel in luftiger Höhe manuell zu öffnen. Dazu müssen hinter dem Sitz zwei Patronen ausgelöst werden. Das Öffnen des Bügel gestaltete sich bei der Rettung als sehr gefährlich, weil der Fahrgast dabei in den Sitz gedrückt wird. „Bis zur Saison-Eröffnung werden wir das ändern müssen“ kündigte Rainhard Saul bereits an. Nun kann die Person ein Gurt zum Abseilen angelegt werden. Gemeinsam mit einem Retter wird diese in Richtung Station heruntergelassen. Glücklicherweise hatten es die elf Feuerwehrleute aus Hannover und ihre zehn Mitstreiter aus Hamburg nicht mit panischen Zivilisten zu tun, sondern mit Männern aus der eigenen Truppe.
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