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Operations im Heide-Park

„Bei jeder Abweichung vom Normalbetrieb treten wir auf den Plan.“ So beschreibt Eckhardt Löbert, verantwortlich im Heide-Park für die Parksteuerung und für die Abteilung Fahrgeschäfte, seinen Aufgabenbereich. Doch was ist unter „Normalbetrieb“ zu verstehen und wie sehen Abweichungen von diesem aus? Diesen Fragen soll dieser Artikel auf den Grund gehen.

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Angefangen mit dem Normalbetrieb: Im Heide-Park wird mithilfe einer Wochenplanung die Besuchermenge prognostiziert. Neben Wetter und Ferienterminen fließen hier u.a. auch die Marketingausgaben mit ein. Diese Planung wird täglich aktualisiert, sodass sich eine relativ genaue Prognose der Besuchermenge ergibt. Diese dient u.a. als Basis für die Dienstplanung der Mitarbeiter, die die Fahrgeschäfte bedienen (Operator). Ein veranschaulichendes Beispiel: Werden viele Besucher erwartet, kommen auf der Loopingbahn „Big Loop“ 2 Züge zum Einsatz. Für diese enge Taktung werden 3 Operator benötigt. Rechnet man mit wenig Besuchern, reichen zur Abfertigung 2 Mitarbeiter aus. Diese Restriktionen ergeben sich zum einen aus den eigenen Sicherheitsansprüchen des Parks, zum anderen schreibt der TÜV diese Regelungen vor.

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Foto: Zweiter Zug von Big Loop auf dem Abstellgleis

Neben freien Tagen und festgelegten Pausenzeiten ist zusätzlich bei der Erstellung des Dienstplans noch folgendes zu berücksichtigen: Nicht jeder Mitarbeiter kann an jedem beliebigen Fahrgeschäft eingesetzt werden. Höhenangst ist auch unter Mitarbeitern von Freizeitparks ein weit verbreitetes Phänomen. So wird beispielweise nicht jeder Mitarbeiter zur Abfertigung an Europas größter Holzachterbahn „Colossos“ eingesetzt. Doch nicht nur die Höhe des Lifts, auch die für die Bügelkontrolle erzwungene gebückte Haltung ist nicht jedem Operator zumutbar. Schließlich sollen diese Freude und Begeisterung vermitteln, was mit einem durch angestrengt schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck schwer fällt. Jeder neu eingestellte Mitarbeiter muss eine Eingangsuntersuchung an sich durchführen lassen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung, die übrigens parkextern erfolgen, legen die Einsatzbeschränkungen individuell anhand von Empfehlungen fest. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass kein Mitarbeiter eine ihm unzumutbare Tätigkeit ausführen muss. Zudem ist es für die Bedienung eines Fahrgeschäfts zwingend erforderlich, einen sogenannten Führerschein für die Attraktion vorzulegen. Dieser weist nach, dass der Mitarbeiter mit der Bedienung vertraut ist und über die vom TÜV festgelegten Beschränkungen hinsichtlich Größe und Alter im Bilde ist.

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Foto: Auch für La Ola benötigen die Bediener vorab eine Einweisung für das Fahrgeschäft

Bei den zahlreichen Überredungskünsten der Besucher (à la „Dann nehme ich mein Kind halt auf den Schoß!“) ein unbedingtes Muss. Ebenso ist es im Heide-Park Vorschrift, dass für das Rangieren eines Achterbahnzuges ein Supervisor anwesend sein muss. Dieser stellt neben der Bedienung sicher, dass sich kein Fahrgast in der Achterbahn befindet. Stichwort Supervisor: Derer gibt es 2 Stück. Einer sorgt im vorderen Parkteil (bis zum großen See) für einen reibungslosen Ablauf, der andere ist für den hinteren Parkteil zuständig. Neben dem Rangieren fällt es in deren Aufgabenbereich, bei Störungen der Fahrgeschäfte für schnelle Hilfe zu sorgen oder Beschwerden von Besuchern die direkt an Fahrgeschäften geäußert werden entgegen zu nehmen (häufig handelt es sich übrigens um Gäste, die nicht einsehen wollen/können, warum es eine Größenuntergrenze gibt). Für den Fall, dass einer der beiden Supervisor ausgelastet ist, gibt es als stille Reserve den sogenannten OP1.

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Foto: Testfahrt eines leeren Krake Zuges

Doch läuft im Parkgeschehen nicht immer alles so glatt, wie sich das der Betreiber wünscht. „Abweichungen vom Normalbetrieb“ (siehe oben) kommen täglich vor, auch wenn der Heide-Park versucht, diese möglichst zu unterbinden. Im folgenden soll ein Eindruck davon vermittelt werden, wie dies abläuft.

 

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von Fabian Schulte

Dieser Artikel ist zeitgleich in der Mitgliederzeitschrift des Freundeskreis Kirmes und Freizeitparks e.V. erschienen.

 
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